Objekt
Architekt: Wiho Heidermann Architekten (www.heidermann.com)
Erbrachte Leistungen:
- Tragwerksplanung (LPH 1-6)
Besonderheiten
In dem Objekt an der Mariengartengasse in Köln, das zuvor als Büro- und Werkstattgebäude genutzt wurde, wurde im Auftrag des WDR eine umfassende bauliche Umstrukturierung durchgeführt. Ziel war die Errichtung einer Netzersatzanlage zur Notstromversorgung, bestehend aus Dieselaggregaten, großformatigen Dieseltanks sowie den zugehörigen technischen Anlagen für Zu- und Abluft. Parallel dazu wurden Teile der Büroflächen modernisiert.
Das in Massivbauweise errichtete Gebäude umfasste ursprünglich zwei Untergeschosse, ein Erdgeschoss und ein Obergeschoss mit beidseitigen Auskragungen und erhielt im Zuge der Umbaumaßnahme zusätzlich ein offenes Technikgeschoss auf dem Dach.
Das Vorhaben wurde in zwei Hauptbauabschnitte unterteilt:
Abschnitt 1 – Netzersatzanlage:
In diesem Bereich wurden die umfassendsten Eingriffe vorgenommen. Um die großformatigen Dieseltanks im 1. Untergeschoss einbauen zu können, mussten drei Geschossdecken vollständig zurückgebaut werden. Besonders kritisch war dabei die Decke über dem 1. Untergeschoss, da diese ursprünglich der horizontalen Aussteifung der Außenwand gegen den Erddruck und die Verkehrslasten der Nord-Süd-Fahrt diente.
Zur Sicherung der Stahlbeton-Außenwand während der Bauzeit wurden weit gespannte Stahlbetonunterzüge eingebaut. Zwischen diesen Trägern konnten die vorgefertigten Dieseltanks anschließend von oben passgenau auf die Bodenplatte abgesetzt werden. Der Rückbau erfolgte sukzessive von oben nach unten, nachdem eine tragfähige Stützkonstruktion im 2. Untergeschoss errichtet worden war.
Nach dem Rückbau wurde der betroffene Bereich dreigeschossig neu aufgebaut, wobei auf die Wiederherstellung der Decke über dem 1. Untergeschoss zugunsten der Einbringung der Tanks verzichtet wurde. Die neuen Decken wurden – wie im Bestand – aus Stahlbeton hergestellt, ebenso die neu errichteten Wände, die entweder in Stahlbeton oder Mauerwerk ausgeführt wurden.
Abschnitt 2 – Büro- und Treppenhausumbau:
Der zweite Bauabschnitt umfasste die Modernisierung der Büroflächen sowie die Anpassung des Treppenhauses an die neue bauliche Situation. In den Büros wurden nichttragende Innenwände zurückgebaut oder versetzt, neue Türöffnungen geschaffen und die Raumaufteilung überarbeitet.
Im Bereich des Treppenhauses wurden konstruktive Anpassungen vorgenommen, um dieses an die veränderten Höhenverhältnisse aufgrund des Wegfalls der Decke über dem 1. Untergeschoss im angrenzenden Gebäudeteil anzupassen. Die dafür notwendigen Maßnahmen erfolgten auf Grundlage der Positions- und Ablaufpläne sowie des Abbruchkonzepts.
Das Umbauvorhaben stellte aufgrund der Kombination aus Teilrückbau, statischer Sicherung und präzisem Einbau großformatiger Anlagentechnik eine erhebliche logistische und technische Herausforderung dar. Die Stabilisierung der Außenwände während des Rückbaus sowie die Einbringung der Dieseltanks in die Tiefe des Bestandsgebäudes konnten nur durch enge Abstimmung zwischen den beteiligten Planungs- und Ausführungsunternehmen erfolgreich umgesetzt werden.




